Archiv für die Kategorie ‘Konferenz’

SEACON 2010: Der Blick hinter die Schlagwörter geht weiter

Dienstag, 29. Juni 2010

Nach dem letztjährigen Premierenerfolg der Software-Engineering-Konferenz SEACON betrat ich gestern das Hotel Atlantic in Hamburg mit hohen Erwartungen. Damit war ich nicht allein. Die ersten Gäste, die ich im Ausstellungsraum traf, waren allesamt Wiederholungstäter. Und so blickten wir gespannt den zwei Tagen voller Vorträge und spannender alternativer Formate entgegen, die 2009 den Reiz dieser kleinen, aber feinen Konferenz ausgemacht hatten. (weiterlesen…)

Die Konferenz des Jahres: XP Days Germany

Samstag, 28. November 2009

Mein Urteil steht fest: Die XP Days Germany 2009 in Karlsruhe war meine persönliche Lieblings-Konferenz dieses Jahres. Warum? (weiterlesen…)

W-JAX 2009: Brezn, Brogrammiersprachen, BPM

Donnerstag, 12. November 2009

Auch wenn morgen offiziell der letzte W-JAX-Tag ist: Am Donnerstagabend rüstet sich das Gros des IT-Volks zur Heimreise. Vier Tage W-JAX liegen nun hinter mir, und der Blumenstrauß an Erfahrungen und Informationen ist bunt. (weiterlesen…)

SEACON, Tag 2

Dienstag, 23. Juni 2009

Heute hatte ich etwas mehr Zeit, um Vorträge zu besuchen. Zwischendrin durfte ich noch eine spannende Open-Space-Diskussion moderieren. Aber der Reihe nach:

Dirk Krafzig hat sehr schön die Rolle des Service Owners in einer serviceorientierten Organisation skizziert. Hier geht es nicht um die Kompatibilität von Web Services, sondern um die Vermarktung von wertschöpfenden Diensten. Letzteres ist ungleich schwieriger (vielleicht sogar komplex?) und verlangt nach einer charakter-und durchsetzungsstarken Person. Mich hat der “Steckbrief” für den idealen Service Owner an den Product Owner aus Scrum erinnert, der eine ähnlich anspruchsvolle inne hat. Wer allein die technischen Unzulänglichkeiten der SOA-Werkzeuge für den schleppenden Erfolg einer SOA-Initiative verantwortlich macht, der hat laut Krafzig die wahren Probleme noch nicht erkannt. Diese These konnten einige Zuhörer mit konkreten Beispielen illustrieren.

Die von mir moderierte Open-Space-Diskussion trug den schönen Namen “Ohne gute Namen keine gute Software”. Dahinter steht die These, dass die “ungeschickte” Benennung von Codeelementen einen beachtlichen (negativen) Einfluss auf die Qualität und folglich die Akzeptanz von Software hat. Inspiriert von Wolf Lotters Eröffnungsrede am Vortag machten wir uns daran, die Wurzeln des Übels der nachlässigen Namensgebung zu finden. Schlamperei, fehlende Erfahrung, bewusste Verschleierung und fehlende Freude am Umgang mit Sprache waren einige der Gründe, die wir herausgearbeitet haben. Und wir stellten uns die Frage, ob es immer eine Terminologie gibt, die von Fachbereich und IT-Abteilung gemeinsam benutzt werden kann. Eine große Herausforderung bei der Suche nach einer solchen gemeinsamen Sprache ist die von der IT geforderte Formalisierung, die vielen Fachbereichen schwerfällt. Die interdisziplinär besetzte Runde (eine Diplom-Übersetzerin und ein paar sprachaffine Informatiker) war am Ende überrascht, wie vielschichtig sich die Diskussion zu einem ursprünglich sehr technisch anmutenden Thema entwickelt hatte.

Den tollen Vortrag von Horst Zuse, in dem er anhand vieler Anekdoten und Originaldokumente die Pionierleistung seines Vaters Konrad auf dem Gebiet der Computertechnik lebendig werden lässt, hatte ich schon auf der diesjährigen JAX gehört. Diesen Vortrag möchte ich jedem IT-geschichtlich Interessierten ans Herz legen.

Der Regatta-Sieger in der Klasse “Einer ohne PowerPoint (oder Keynote)” war Stefan Tilkov. Dessen MacBook Air hatte Kommunikationsprobleme mit der Präsentationstechnik, die Stefan ganz pragmatisch löste: Er hielt den Vortrag folien- und einwandfrei. Jetzt weiß auch ich mit dem Akronym REST etwas anzufangen.

Von den Kurzvorträgen erhaschte ich nur zwei. Die bestätigten, dass es enorm schwer ist, ein Thema in nur zehn Minuten umfassend genug darzustellen. Dann hieß es auch schon: Messestand einpacken! Die erste SEACON war zu Ende. Das Stimmungsbild, das ich im Laufe des Tages ermittelt habe, war durchweg positiv. Die meisten Pluspunkte sammelte die SEACON durch die “alternativen” Formate Open Space und Fishbowl, aber auch der reibungslose Service und die Küche des Hotel Atlantic wurden mehrfach lobend erwähnt. Mir gefiel die überschaubare Größe, die ich auch bei der SET in Zürich so angenehm finde. Auch aus Sicht eines Konferenz-Sponsors (ich war für meinen Arbeitgeber Holisticon im “Gründerkreis” der SEACON aktiv, für uns war dies zugleich die erste Konferenzausstellung mit eigenem Stand) war die SEACON eine attraktive Veranstaltung. Nun bin ich gespannt auf die Nachbesprechung und freue mich auf die hoffentlich stattfindende SEACON 2010!

SEACON 2009

Und das sagen andere zur SEACON:

SEACON, Tag 1

Montag, 22. Juni 2009

Das Experiment, eine Konferenz rund um Software Engineering im Norden zu wagen, kann man nach dem ersten Konferenztag als geglückt bezeichnen. Das war auch der Tenor meiner (nicht repräsentativen) Umfrage unter Teilnehmern, Ausstellern und Veranstalter. Das Geheimnis der SEACON liegt in der Mischung. Man beginne mit feinsinnigem Journalismus. Wolf Lotter, Mitbegründer von brand eins und Verfasser der Leitartikel zu den Schwerpunktthemen dieses Wirtschaftsmagazins, fragte in seinem Eröffnungsvortrag: “Worüber reden wir hier eigentlich?” Sein Plädoyer für einen bewussten und pfleglichen Umgang mit Sprache war eindringlich und humorvoll zugleich. “Wenn Ihre Kunden [aufgrund der vielen Buzzwords] nur noch Bahnhof verstehen, dann werden sie wegfahren – das tut man schließlich an Bahnhöfen.” Wie wahr…

Dass die SEACON keine Kopie der großen deutschen IT-Konferenzen sein sollte, wurde den Teilnehmern spätestens beim Open-Space-Marktplatz bewusst. Hier war Mitarbeit gefragt. Und es wurde fleißig mitgearbeitet – sogar so schnell, dass Bernd Oestereich und Jochen Meyer den Marktplatz aufgrund der beschränkten Raumkapazität vorzeitig schließen mussten. Die Open-Space-Diskussionen selbst verliefen nach den Aussagen der Moderatoren recht gut. Morgen gibt’s die Ergebnispräsentation, dann wissen wir mehr.

War der Open Space aus Sicht der Teilnehmer noch eines der einfacheren Formate, so gehörte beim Fishbowl schon eine Portion Mut dazu, um sich aus dem Plenum auf einen der fünf Diskussionsplätze zu begeben – und damit einen der anderen vier Diskutierenden zu verdrängen. Um so überraschter war ich, als sich sehr schnell und ganz natürlich eine lebhafte Fishbowl-Diskussion über komplizierte und komplexe Probleme entwickelte.

Schließlich durfte ich noch an einer Expertenbefragung zum Thema Agilität teilnehmen. Es gibt aus meiner Sicht bessere Formate, um Inhalte zu vermitteln – zwei habe ich oben bereits genannt.

Natürlich gab es auch die klassischen Fachvorträge, von denen ich nur Klaus Marquardts Ausführungen über den Umgang mit Komplexität in Projekten gelauscht habe. Mir gefiel die Mischung aus Thesen und Indikationen für Komplexität, die zum Nachdenken anregte, wenngleich ich ein etwas anderes Verständnis von komplexen und komplizierten Problemen habe (siehe Fishbowl).

Ich war sehr zufrieden mit dem ersten Tag dieser neuen Konferenz. Natürlich gibt es hier und da noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber dem Anspruch, etwas anders zu sein als die anderen Konferenzen (aber mindestens genau so gut), ist die SEACON schon an Tag 1 gerecht geworden.

Zurück von der JAX

Samstag, 25. April 2009

Am Mittwoch und Donnerstag war ich auf der JAX in Mainz. Der Mittwoch war durchwachsen. Mein persönliches Highlight: “Brückenbau: Wie passen BPMN und UML zusammen?” von Andrea Grass und Stefan Zörner. Die Abendvorträge konkurrierten mit dem DFB-Pokal-Halbfinale. Ich entschied mich für letzteres und wurde nicht enttäuscht.

Am Donnerstag habe ich mich auf die Vorträge des SOA & BPM Day konzentriert, in dessen Rahmen wir auch unseren Vortrag “Königskinder” gehalten haben. In den Genuss der guten Vorträge kamen leider nur wenige JAX-Besucher. Waren es am Morgen noch ca. 50 BPM-Interessierte, so ebbte das Interesse im Laufe des Tages ab. Schade! Da muss man sich wohl oder übel die Frage stellen, ob eine technisch orientierte Konferenz wie die JAX für das Thema BPM die geeignete Plattform ist.

Mit unserem Vortrag waren Jo und ich ganz zufrieden. Spontaner Wunsch einiger Zuhörer: Weniger Grundlagen und mehr Details über die Königskinder BPMS und BRMS. Das werden wir beim nächsten Mal beherzigen. Froh waren wir, dass unsere Gesangseinlage fehlerfrei über die Bühne ging und beim Publikum gut ankam.